HELDENMARKT Berlin: Sonderthema Boden

In diesem Jahr erhält das Thema „Boden“ besondere Aufmerksamkeit auf dem Heldenmarkt.

Hintergrund: Böden sind die Grundlage für die Erzeugung unserer Nahrungsmittel; sie sind Lebensraum für Bodenlebewesen, filtern Schadstoffe, schützen das Grundwasser und dienen als Siedlungsfläche. Böden sind eines der kostbarsten Güter der Menschheit. Trotzdem werden sie großräumig zerstört: Fast ein Viertel der vom Menschen genutzten Landfläche ist heute durch Erosion geschädigt, wertvolle Böden werden weiter überbaut oder durch Gifteintrag geschädigt. Weltweit gehen jährlich etwa 10 Millionen Hektar Ackerfläche verloren – eine Fläche von rund 14 Millionen Fußballfeldern (Umweltbundesamt).

Der Hauptverursacher von Bodendegradation, also die dauerhafte oder irreversible Veränderung der Strukturen und Funktionen von Böden, ist die industrielle Landwirtschaft. Um eine größtmögliche Menge an Lebensmitteln auf einer möglichst geringen Fläche zu produzieren, bedient sich die industrielle Landwirtschaft an Maschinen zur Mechanisierung der Bodenbearbeitung und an chemisch-synthetisch hergestellten Pestiziden und Düngemitteln, die dafür sorgen, dass die Pflanzen schnell wachsen und unter möglichst geringem Schädlingsbefall leiden. Die Folgen für die Ökosysteme sind fatal. Schwere Maschinen führen zu Bodenverdichtung: Weniger Luft und Wasser im Boden schädigen das Bodenleben. Es kommt durch Wind- und Wassererosion, was zum Bodenabtrag und -verlust führt und nicht eingedrungene Pestizide und Düngemittel in Gewässer trägt.

Der Einsatz von Kunstdünger und Pestiziden bedingt den Verlust organischer Bestandteile – der Boden verliert an Humusgehalt. Das hat negative Auswirkungen auf die Bodenfruchtbarkeit und unsere Klimabilanz, denn Humus bindet CO2 im Boden. Um den geringen Nährstoffgehalt im Boden zu kompensieren, werden weiterhin synthetische Düngemittel zugeführt, die in unser Grundwasser gelangen. Es ist ein Teufelskreis, den unsere Böden nur für eine bestimmte Zeit aushalten. Nach einer bestimmten Zeit der intensiven Nutzung sind sie ausgelaugt und für die Nahrungserzeugung nutzlos.

Die ökologische Landwirtschaft bewirtschaftet – im Gegensatz zur industriellen Landwirtschaft – Böden unter Berücksichtigung seiner Bedürfnisse, was die Fruchtbarkeit weit weniger beeinträchtigt. So wird im ökologischen Landbau auf synthetische Pestizide und Düngemittel verzichtet. Der Humusgehalt wird durch bestimmte Fruchtfolgen aufrechterhalten, was sich positiv auf das Bodenleben und die -struktur auswirkt. Man könnte sagen, der ökologische Landbau arbeitet im Einklang mit der Natur.

In verschiedenen Vorträgen und Ausstellungen werden in diesem Jahr verschiedene Aspekte und Zusammenhänge von Boden, Nahrungsmittelerzeugung und Klima behandelt. Werft einen Blick in unser Rahmenprogramm und lernt mehr über die lebenswichtige Ressource Boden!