Heldenmarkt – Messe für nachhaltigen Konsum

Archive for Januar, 2012

Fashion Week in Berlin

19 Jan

Alle Jahre wieder, oder besser alle halbe Jahre trifft sich in Berlin die internationale Fashion-Szene zum Stelldichein. Der Anteil an Ökotextilien bzw. Green Fashion steigt stetig. Damit steigen aber auch die Ansprüche, sowohl an das Design als auch an die Produktions- und Transportbedingungen. Genügte es vor einigen Jahren noch Bio und Fairtrade in Asien zu produzieren so ist das heute für anspruchsvolle Produzenten nicht mehr die Messlatte für „nachhaltige“ Textilproduktion. Denn ein Großteil des CO2 Ausstoßes findet auf den langen Transportwegen statt. Diesen zu reduzieren ist die neue große Herausforderung.

Die Angebote auf dem Markt für Green Fashion wachsen unaufhörlich. Dies dokumentiert auch die erstmals in Berlin stattfindende Ethical Fashion Show.  Zusammen mit dem Green Showroom bieten beide Veranstaltungen die größte Auswahl an Ökolabels an. Aber es gibt noch reichlich andere Veranstaltungen, bei denen Ökolabels ausstellen (siehe dazu auch die Liste auf dem Grüne Mode Blog). Sodass der interessierte Besucher dieser Tage viel zu tun hatte …

 

Behörde ignoriert Bioschwindel

17 Jan

Ein neues Geschäftsjahr hat begonnen. Die Dinge vom letzten Jahr sind weitestgehend aufgearbeitet, der Schreibtisch ist noch jahresanfänglich licht. Eine Sache jedoch beschäftigt uns immer noch ohne befriedigendes Ergebnis: Zum 3. Heldenmarkt hat uns die Berliner Firma Select Catering unzertifizierte Metro-Ware als Bio verkaufen wollen. Vielen Dank an Benjamin J. Richter vom Restaurant Pappa e ciccia, der uns darauf aufmerksam gemacht hat und damit den Schaden erheblich begrenzt hat.

Wir haben diesen Vorfall an die zuständige Behörde (Ref. 32 Sachgebiet Ökologischer Landbau des Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft des Landes Brandenburg) weitergeleitet, inklusive belastendem Fotomaterial, da wir der Überzeugung sind, dass solch vorsätzlich betrügerisches Handeln auf jeden Fall Konsequenzen haben muss. Doch leider weit gefehlt: Unsere E-Mails an die Behörde blieben unbeantwortet. Auf mehrere telefonische Nachfragen zum Stand der Ermittlungen erhielten wir nur sehr vage Auskünfte: „Ja, man müsse da mal was machen. Der Fall liegt noch auf meinem Tisch. Vielleicht kümmere ich mich nach meinem Urlaub darum”. Diese Art von Vergehen schien der Behörde völlig gleichgültig zu sein. Auf unsere konkrete Frage, welche Strafen man bekommt, wenn man mit Bio wirbt, aber konventionell liefert, bekamen wir keine Antwort.

Fazit: Solch ein betrügerisches Handeln hat scheinbar keinerlei Konsequenzen. Damit schlägt die Behörde allen ehrlichen und zertifizierten Betrieben direkt ins Gesicht. Die Dame am Telefon konnte unsere Wut überhaupt nicht verstehen. Man könne doch zufrieden sein, dass sich das Unternehmen mittlerweile sogar habe zertifizieren lassen. Wir hoffen, der Wandel vom Unternehmer, der Bio als Marketinginstrument missbraucht hat, zu einem echten Bio-Caterer kam aus Überzeugung.

Allen “echten” Heldinnen und Helden wünschen wir von Herzen Gesundheit, Erfolg und Gelassenheit für 2012.